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Wie Gründer oder Solopreneure und kleine Unternehmen wichtige Investitionsentscheidungen treffen sollten

Gerade für kleinere Unternehmen sind Investitionsentscheidungen eine grosse Herausforderung die manche schlaflosen Nächte verursacht.
Gerade für kleinere Unternehmen sind Investitionsentscheidungen eine grosse Herausforderung die manche schlaflosen Nächte verursacht.

Es läuft. Das ist die Ausgangslage für so manche spannende Investitionsentscheidung. Ein Lieferant präsentiert die neue Maschine. Der Immobilienmakler zeigt dir die perfekte Betriebsliegenschaft. Der Garagist schwärmt von einem Fahrzeug, das "eigentlich schon bezahlt ist, weil du es optimal einsetzen kannst". Oder du musst dir überlegen, jemanden anzustellen, weil dein kleines Unternehmen so stark gewachsen ist, dass du die Arbeiten nicht mehr alleine bewältigen kannst. Das verändert vieles. Plötzlich stehen Beträge im Raum, die vor nicht allzu langer Zeit noch wie eine kleine Mondmission gewirkt haben. Und das Unternehmen muss diese Beträge stemmen.


CHF 30'000. CHF 80'000. CHF 350'000. Oder sogar mehr.


Lohnt sich das überhaupt und was sind die Konsequenzen? Riskiere ich womöglich zu viel?


Viele Gründer, Solopreneure und Inhaber kleiner Unternehmen treffen Investitionsentscheide oft erstaunlich ähnlich. Man sammelt Offerten, spricht mit Bekannten, konsultiert den Bankberater, schläft zwei Nächte darüber und entscheidet dann mit einer Mischung aus Bauchgefühl und Optimismus, da es sich gemäß der angestellten Überlegungen ja sicherlich lohnt.


Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Aber Optimismus bezahlt keine Rechnungen.


Bevor du auch nur eine Zahl im Rechner eintippst, solltest du diese Fragen beantworten


  1. Welches Problem löst die Investition?


Erstaunlich viele Investitionen werden getätigt, bevor das Problem bzw. der Bedarf klar definiert wurde.


Eine neue Maschine ist kein Ziel. Eine höhere Produktionskapazität ist ein Ziel, wenn die Nachfrage das nachhaltig verlangt.


Eine neue Mitarbeitende ist kein Ziel. Eine höhere Rentabilität und mehr freie Zeit, um die eigenen Kapazitäten optimal einzusetzen, sind Ziele.


Eine eigene Betriebsliegenschaft ist nicht das Ziel. Nachhaltige Kosten- und Standortvorteile sind Ziele, vorausgesetzt ein langfristiges Bekenntnis liegt vor.


  1. Was passiert, wenn ich nichts tue?


Diese Frage wird oft vergessen. Sie hilft jedoch, Klarheit zu gewinnen und etwas den Druck aus der Situation zu nehmen.


Vielleicht kostet die Maschine CHF 100'000. Vielleicht kostet es aber CHF 150'000 pro Jahr, sie nicht zu kaufen, weil Aufträge aus Kapazitätsgründen verloren gehen.


Vielleicht wirkt ein neuer Mitarbeiter teuer. Möglicherweise ist die eigentliche Gefahr jedoch, dass die Unternehmerin weiterhin 70 Stunden pro Woche arbeitet und keine neuen Kunden gewinnt?


Nicht investieren ist ebenfalls eine Entscheidung und kann ebenfalls teuer zu stehen kommen.


  1. Wie verdient die Investition ihr Geld zurück?


Jede Investition sollte einen nachvollziehbaren Rückfluss erzeugen, der nachhaltig die Rentabilität verbessert - zum Beispiel durch:


  • Zeitgewinn

  • Tiefere Kosten

  • Bessere Kundenbindung

  • Mehr Umsatz

  • Höhere Produktivität

  • Weniger Fehler


Wenn dieser Nutzen nicht quantifizierbar ist, wird die Beurteilung schwierig. Wie willst du beurteilen, ob sich die Investition lohnt oder wie lange es dauert, bis sie amortisiert ist (man denke an die Lebensdauer des Kaufobjekts und Ersatzinvestitionen).


Die einfachste Investitionsrechnung der Welt


Viele Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer glauben, Investitionsrechnungen seien eine Wissenschaft für Professoren und Wirtschaftsexperten.


In Wirklichkeit genügt oft eine einfache Frage:


Wann ist mein Geld wieder zurück?


Nehmen wir an, eine Maschine kostet CHF 60'000. Sie spart jährlich CHF 15'000 an Arbeitskosten. Die Amortisationsdauer beträgt somit 4 Jahre (4 x CHF 15'000 = CHF 60'000). Das bedeutet, nach 4 Jahren hat sich die Investition bezahlt gemacht. Dieser Ansatz ist natürlich nicht perfekt, aber ein hervorragender erster Indikator.


Nun geht es darum, sicherzustellen, dass sämtliche anfallenden einmaligen und wiederkehrenden Kosten in die Rechnung miteinfließen und auch das Ertragspotenzial realistisch abgebildet wird, z.B. Wartung, Service, Energieverbrauch, Versicherung,

Schulungen, Ausfallzeiten bei Maschinen.


Die Frage lautet also: Was kostet mich diese Investition pro Jahr wirklich? Erst danach lohnt sich der Vergleich mit dem erwarteten Nutzen.


Hier entstehen oft Fehler und zwar nicht nur bei Gütern, sondern auch bei neuen Mitarbeitenden.


Personal:

Vor allem, wenn du zum ersten Mal jemanden in deinem Unternehmen anstellst, musst du bei den Kosten aufpassen. Tatsächlich solltest du zum Bruttolohn je nach Ausgangslage und Branche zusätzlich ca. 15 - 25% einplanen (neben Versicherungen inkl. PK und Familienzulagen fallen auch andere Kosten an wie Arbeitsplatz & Infrastruktur, Buchhaltungs- und Verwaltungskosten, Weiterbildung, Spesen, Abwesenheiten).


Danach musst du dir natürlich Überlegungen anstellen, wie hoch der zusätzliche Umsatz direkt oder indirekt durch die Anstellung wird.


Bei den Immobilien gelten nochmals andere Faktoren und hier gilt es natürlich, aufgrund der hohen Summen alle möglichen Faktoren zu bedenken. In der Regel kommt hier auch ein Kredit ins Spiel. Als Eidg. Dipl. Bankfachexperte sowie langjähriger Firmenkundenberater und Analyst weiß ich, wie Banken dies beurteilen und worauf du als Kreditnehmerin oder Kreditnehmer achten solltest. Du kannst mich diesbezüglich jederzeit gerne unverbindlich kontaktieren.


Praktische Hilfsmittel


Für viele kleine Unternehmen reichen oft schon einfache Werkzeuge:

  • Excel oder Google Sheets

  • Investitionsplanung

  • Liquiditätsplanung über 12 Monate

  • Mehrjahresplanung

  • Szenariodenken (best case, realistisch, worst case)


Gerne stelle ich dir kostenlos ein auf Excel basierendes Planungstool zur Verfügung. Hier kannst du es herunterladen. Und hier findest du weitere kostenlose Vorlagen.


Außerdem solltest du wie zu Beginn beschrieben Klarheit haben über folgende Fragestellungen:

  • Warum investiere ich?

  • Welchen konkreten Nutzen erwarte ich?

  • Was sind die Risiken?

  • Was passiert, wenn ich nicht investiere?

  • Was kostet die Investition wirklich?

  • Wann fließt mein Geld zurück?


Auf die Finanzierung gehe ich in diesem Post jetzt nicht spezifisch ein. Ich stehe dir bei Finanzierungsfragen aber gerne mit meiner Expertise zur Seite.


Fazit

Investitionen sind selten reine Zahlenentscheide. Aber sie sollten auch nie reine Bauchentscheide sein. Die besten Unternehmer verbinden Erfahrung, Intuition und eine saubere wirtschaftliche Beurteilung. Außerdem können sie sehr gut beurteilen, wann es falsch ist, nicht zu investieren!


Ob Betriebsliegenschaft, Maschinenpark, Fahrzeugflotte, Finanzierungslösung oder Personalaufstockung: Bei größeren Entscheidungen lohnt sich auch eine unabhängige Beurteilung eines Experten. Gerne stehe ich als Sparringpartner zur Verfügung.


Viel Erfolg!


Herzlich,

Alexander Osterberger-Barrett

nubiz Coaching & Beratung




PS: Übrigens, wer im Sommer gerne einen echten exotischen Leckerbissen auf dem Grill (oder im Airfryer, im Ofen) zubereiten möchte: Hier ein Geheimtipp








 
 
 

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