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Warum Swissness Qualität verspricht und was eine hochwertige Zeltsauna damit zu tun hat. nubiz weekly

Aktualisiert: 26. März

Summita's Zeltsauna wird in Thun produziert und ist ein Musterbeispiel für Swissness
Summita's Zeltsauna wird in Thun produziert und ist ein Musterbeispiel für Swissness

Das Schweizer Kreuz ist weltweit eines der stärksten Qualitätssignale. Doch was steckt wirklich dahinter? Und wie lebt ein kleines Startup aus Thun dieses Versprechen in einem Produkt, das du vielleicht noch nicht kennst?


Ein kühler Abend, der Duft von Holz, heisser Dampf, Stille und du mittendrin


Stell dir vor, es ist Freitagabend, draussen im Garten ist es frisch, doch in wenigen Minuten hüllt dich die wohlige Saunawärme ein - ohne fixe Installation, ohne Umbaukosten, ohne Baubewilligung und ohne Kompromisse bei der Qualität! Klingt illusorisch? Falsch gedacht. Genau diesen Widerspruch von höchstem Anspruch und maximaler Flexibilität löst ein junges Schweizer Startup aus dem Berner Oberland. Doch bevor wir dazu kommen, lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und zu verstehen, was das Wort "Swissness" überhaupt bedeutet.


Was bedeutet "Swissness" und wer darf damit werben?


Das Schweizer Recht ist in dieser Frage bemerkenswert präzise. Seit der Revision des Markenschutzgesetzes im Jahr 2017 gelten strenge Kriterien dafür, wann ein Produkt das Schweizer Kreuz oder den Schriftzug "Swiss Made" tragen darf.


Für Industrieprodukte galt bisher: Mindestens 60 % der Herstellungskosten müssen in der Schweiz anfallen und der wesentliche Fertigungsschritt muss hierzulande stattfinden (Aktuell wird dies aufgrund der ON Debatte wohl etwas aufgeweicht, so dass die Entwicklung des Produktes in der Schweiz unter Umständen ausreichen kann). Bei Lebensmitteln und Naturprodukten sind die Anforderungen noch strikter. Das Swiss Institute of Intellectual Property (IGE) ist unter anderem zuständig für Beratung und Auslegung der Swissness-Regeln. Verstösse können teuer werden!


Produzieren in der Schweiz: Eine Herausforderung und deshalb eine sehr bewusste Entscheidung


Wer in der Schweiz produziert, kämpft täglich gegen eine unbequeme Wahrheit: Die Kosten sind schlicht auf einem anderen Niveau als in anderen Ländern. Löhne, Mieten, Energie, Rohstoffe - alles teurer. Ein Arbeitnehmer in der Schweizer Produktion kostet ein Vielfaches von dem, was für vergleichbare Arbeit andernorts anfallen würde. Trotzdem entscheiden sich mutige Unternehmerinnen und Unternehmer immer wieder dafür. Warum? Weil die Schweiz nicht nur ein Produktionsstandort ist, sondern ein Ökosystem aus Präzision, Verlässlichkeit und hohem Entwickler-, Bau- und Handwerksstolz. Weil "Swiss Made" global Türen öffnet, die für andere geschlossen bleiben und es innerhalb der Schweiz als Gütesiegel verstanden wird, das man stolz behütet. Und weil die Nähe zum anspruchsvollsten Kundenstamm der Welt, dem Schweizer Markt, ein permanenter Antreiber für Qualität ist.


Schweizer Kunden verzeihen wenig. Sie haben zurecht hohe Erwartungen an Langlebigkeit, Verarbeitung und Funktionalität sowie an Design und Service. Wer in der Schweiz produziert, trainiert täglich auf diesem Niveau. Das spürt man auch im Endprodukt.


Die grossen Vorbilder und was Schweizer Marken so besonders macht


Die Liste der Schweizer Weltmarken liest sich wei ein Who's who des globalen Qualitätshandwerks. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie haben nie den einfachen Weg gewählt:

  • Rolex und die Schweizer Uhrenindustrie stehe für Präzision und Status. Hinter jedem Uhrwerk stecken auch etliche Handgriffe, die sich nicht automatisieren lassen und genau das ist der Punkt.

  • Victorinox produziert seit über 130 Jahren im Kanton Schwyz. Das Schweizermesser ist in über 100 Ländern erhältlich und kein Billigprodukt hat je das Original verdrängt.

  • Mammut beweist: Auch im Outdoor-Segement funktioniert Swissness als globales Qualitätsmerkmal.


Hier möchte ich zudem all die KMU erwähnen, die oft Weltmarktführer in einer kleinen, aber sehr wichtigen Nische sind. Typisch Schweiz!


Der gemeinsame Nenner: Sie kennen ihre Kundinnen und Kunden. Sie wissen, dass der Schweizer Markt gnadenlos ist und sie haben diesen Druck in eine Tugend verwandelt. Das Resultat sind Produkte, die nicht nur funktionieren, sondern weltweit als Referenz gelten.


Die unbequeme Realität: Konkurrenz aus Billigproduktionsländern


Wer ehrlich ist, muss auch diesen Teil der Geschichte erzählen. Auf Plattformen wie Amazon, Alibaba oder in grossen Online-Shops tummeln sich Produkte, die auf den ersten Blick identisch wirken und vielfach deutlich günstiger sind im Preis. Oft gilt hier jedoch, dass die Herstellung unter ungeklärten Bedingungen erfolgt, oft mit Materialien aus unbekannter Herkunft und häufig auch in wenig überzeugender Qualität, was die Langlebigkeit angeht. Ein Markt mit aggressiven Rabatten und beschränkter Transparenz.


Der Preisvergleich ist verführerisch. Doch er blendet aus, was dahintersteckt: Die echten Kosten verlagern sich letztendlich zum Leidwesen der Umwelt und der Nachhaltigkeit in jedem Bereich.


Für Schweizer Hersteller ist diese Konkurrenz bedrohlich. Der Weg führt hier über echte Qualität, Transparenz, Flexibilität und das Vertrauen ihrer Kundschaft. Das macht ihren Mut umso bemerkenswerter in einer immer schnellerlebigen Welt.


Echte Swissness in der Praxis: Summita.ch, die Thuner Manufaktur für hochwertige Saunazelte


Damit kommen wir zu einem Beispiel, das ich persönlich kenne und mich begeistert, denn es verkörpert alles, wovon bisher die Rede war.


Michael Beyer und sein Team haben in Thun etwas aufgebaut, das es so nicht gab:

ein Startup, das Saunazelte von höchster Qualität selber entwickelt und mit viel präziser Handarbeit in einer eigenen Manufaktur näht. Eine Zeltsauna ist eine vollwertige Alternative zur fixen Sauna, draussen an der frischen Luft aber unmittelbar erreichbar und rasch aufstellbar im Garten, auf der Terrasse, am See. Ohne Baubewilligung. Ohne Fixinstallation. Ohne Kompromisse.


Was auf den ersten Blick nach einer romantischen Entscheidung klingt, ist in Wirklichkeit das Ergebnis hoher Qualitätsanforderungen. Die Zelte werden nicht unter unbekannten Bedingungen irgendwo auf der Welt produziert und dann mit einem Schweizer Label versehen. Sie entstehen Naht für Naht in Thun, weil das Team die hohen Ansprüche an eine Sauna kennt und lebt. Sie sind die grössten Fans ihres eigenen Produktes und das ist ein sehr positives Signal für alle, die Qualität suchen.


Eigene Strapazierungstests bilden dabei die Grundlage für Designentscheide. Was hält extremen Temperaturschwankungen stand? Welche Materialien eignen sich und können wir unsere Entscheidungen jederzeit moralisch vertreten? Diese Fragen werden intern gestellt und intern beantwortet, bevor ein Produkt die Manufaktur verlässt.


Lokale Partner, Schweizer Holz, gelebte Überzeugung


Was Summita.ch besonders macht, ist die konsequente Entscheidung für lokale Partnerschaften. Jeder Zulieferer wird sorgfältig ausgewählt nach Qualität, Zuverlässigkeit und Nähe. Das Holz für die Liegeelemente? Aus der Schweiz! Die Näharbeiten? Im eigenen Betrieb. Die Überzeugung, dass ein starkes Produkt einen ehrlichen Weg verdient, zieht sich durch das gesamte Unternehmen.


Und das Team ist kein neutraler Produzent. Michael und seine Mitstreiterinnen sind selbst begeisterte Sauna-Fans. Sie kennen die Wirkung, die regelmässiges Saunieren auf Körper und Geist hat. Dieses Wissen um den eigenen Anspruch fliesst direkt ins Produkt mit ein - und das spürt man.


Ein Plädoyer: Unterstützen wir die, die den schwierigen Weg gehen, es lohnt sich!


Summita.ch ist kein Einzelfall, aber es ist ein Paradebeispiel. Es zeigt, wie verletzlich diese Art von Unternehmertum ist. Denn während das Team in Thun näht, testet und perfektioniert, kommen und gehen Konkurrenzprodukte, verlagern sich Interessen und echte Werte gehen im lauten Marktrauschen unter.


Als Konsumenten haben wir mehr Macht, als wir oft glauben. Jede Kaufentscheidung ist eine Abstimmung für oder gegen lokale Wertschöpfung. Diese Entscheidung sollten wir gerade wegen des lauten Marktrauschens jeweils möglichst bewusst fällen.


Echte Swissness ist keine Herkunftsangabe, es ist eine Haltung


Es bedeutet mehr als "hergestellt in der Schweiz". Es ist das Ergebnis eines bewussten Entscheids, bei dem höhere Herstellungskosten in Kauf genommen werden, oft strengere Standards gelten sowie für den direkten Dialog mit anspruchsvollen Kundinnen und Kunden. Es ist die Bereitschaft, den schwierigen Weg zu gehen, weil man überzeugt ist, dass Qualität und echte Werte sich langfristig durchsetzen.


Ich persönlich wünsche mir eine Welt, in der wir als Konsumenten der Schnelllebigkeit vermehrt kritischer begegnen und Entscheide bewusster fällen für eine nachhaltige Entwicklung. Es lohnt sich, davon bin ich überzeugt!


Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und eine erfolgreiche Woche! Falls ihr diesen Artikel mögt, könnt ihr ihn gerne teilen und euch für den Newsletter anmelden:


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Alexander Osterberger-Barrett

Businesscoach nubiz.ch








 
 
 

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