Wie Ressourcen optimal wirken: Skalierung für Startups und KMU in der Schweiz - nubiz weekly 008
- Alexander K. Osterberger
- 26. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Viele verbinden das Wort "Skalierung" automatisch mit schnell wachsenden Tech-Startups aus dem Silicon Valley, Millionen-Investments und internationaler Expansion.
Dabei ist Skalieren kein exklusives Startup Thema. Gerade KMU, Selbstständigerwerbende und Gründerinnen ist es die Antwort auf die brennendsten Fragen unserer Zeit. Fachkräftemangel, steigende Kosten und hoher Margendruck machen Wachstum schwierig - und wer stagniert, verliert in einem Hochpreisland wie der Schweiz schnell den Anschluss.
Was bedeutet skalieren eigentlich?
In der Betriebswirtschaftslehre sprechen wir von Skaleneffekten (Economies of Scale). Vereinfacht gesagt beschreibt es das Phänomen, dass bei zunehmender Produktionsmenge deine Kosten pro Einheit sinken.
Das Ziel: Du nutzt deine Kapazitäten so stark, dass deine Fixkosten (Gehälter, Miete, Verwaltung) auf immer mehr verkaufte Produkte oder Dienslteistungen verteilt wird. Während der Umsatz stark ansteigt, ist der Anstieg der Kosten relativ flach.
Das heisst nichts anderes, als dass die Produktionsmenge in einem Betrieb bis zur Kapazitätsgrenze ausgedehnt werden sollte, solange die Kosten pro Stück dabei abnehmen.
Das gilt nicht nur für Industriebetriebe. Auch Dienstleister haben Fixkosten. Der Unterschied zwischen Erfolg und Überlebenskampf liegt oft darin, wie effizient du diese Fixkosten durch Volumen "verdünnst".
Zusätzlich nehmen variable Kosten in der Regel bei höheren Bestellmengen ab, womit ein weiterer Effekt hinzukommen kann, der die Produktionskosten pro Einheit und womöglich indirekt auch die Fixkosten positiv beeinflusst.
Ein Beispiel: Die Skalierung der Backstube
Entschuldigung an alle Bäcker, die folgenden Zahlen sind vereinfacht und dienen der Illustration des Prinzips.
Stell dir eine Bäckerei vor, die Brote backt. Der Status Quo:

BERECHNUNG DER KOSTEN PRO BROT
1 Arbeitskraft
Fixkosten (Miete, Strom, Basislohn) CHF 500 pro Tag
Variable Kosten (Mehl, Wasser, Hefe) CHF 0.30 pro Brot
Produktion: 100 Brote pro Tag
Kosten pro Brot:
CHF 5.30 (500/100 + 0.30)
Bei Produktionskosten von CHF 5.30 pro Brot bleibt kaum Marge. Der Bäcker arbeitet hart, aber am Ende es Monats bleibt kaum Gewinn hängen. Ein klassisches Problem vieler KMU: Die Kapazitäten sind da, aber sie werden nicht optimal genutzt.
Die Chance:
Der Bäcker weiss, dass sein Ofen eigentlich 500 Brote pro Tag backen kann. Um die grössere Menge zu bewältigen, braucht er aber eine zusätzliche Arbeitskraft, womit die Fixkosten um CHF 250 pro Tag zunehmen. Er fragt sich, ob sich das lohnt.

DIE BERECHNUNG:
2 Arbeitskräfte
Fixkosten (neu): CHF 750 pro Tag
Variable Kosten neu CHF 0.20 pro Brot
Produktion: 500 Brote pro Tag
Kosten pro Brot:
CHF 1.70 (750/500 + 0.20)
Das Ergebnis: Obwohl die absoluten Fixkosten durch das neue Personal gestiegen sind, sind die Stückkosten massiv gesunden (von CHF 5.20 auf CHF 1.70). Die Bäckerei ist viel profitabler und kann in Marketing investieren und neue Absatzkanäle nutzen (zum Beispiel die Gastronomie beliefern).
Die wichtigsten Hebel für deine Skalierung
Egal ob Startup oder etabliertes KMU - die Logik ist dieselbe. Frage dich:
Wo liegen meine grössten Hebel? Analysiere deine Kostenstruktur: Personal, Raum, Einkauf, Transport. Wo sinken die Kosten bei höheren Volumen am stärksten?
Standardisierung und Automatisierung: In der Schweiz ist Arbeit teuer. Software-Lösungen oder klare standardisierte Prozesse helfen, deine Fixkosen nachhaltig zu senken.
Kapazität vs. Nachfrage: Skalierung funktioniert nur, wenn du die Menge auch absetzen kannst. Kenne deinen Markt und deine Vertriebskanäle.
Zeit als Ressource (für Solopreneure): Wenn du Zeit gegen Geld tauschst, stösst du an eine natürliche Grenze. Skalierung bedeutet hier: Produkte schaffen (z.B. digitale Angebote), die unabhängig von deiner Anwesenheit Umsatz generieren.
Erfolgreiche Unternehmer:innen kennen ihre Finanzen in- und auswendig. Wer seine Kostenstruktur nicht versteht, kann nicht strategisch wachsen.
Bereit für den nächsten Schritt?
Die Theorie klingt einfach. Die Umsetzung im eigenen Betrieb ist oft komplexer. Willst du wissen, wo dein grösster Hebel für mehr Profitabilität liegt?
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Bis bald und viel Erfolg!
Alex
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